Neues Zertifikat ergänzt die Minergie-Baustandards

Minergie-Betrieb: Energieeffizienz – geprüft und zertifiziert

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Sabine von Stockar, Projektleiterin Minergie-Betrieb und Geschäftsleitungsmitglied. Bild: Mathias Hefti

Minergie lancierte im Mai 2025 sein neues Zertifikat Minergie-Betrieb. Damit setzt der Verein den Fokus zusätzlich zum guten Planen und Bauen auf den Betrieb von Gebäuden.

Mit Minergie-Betrieb verfügt Minergie seit Mai 2025 über einen weiteren Hebel, um zusätzliche Kilowattstunden einzusparen. «Jede nicht verwendete Kilowattstunde ist die beste für das Klima», sagt Sabine von Stockar, Projektleiterin sowie Leiterin Bildung und Entwicklung bei Minergie. Zum Lancierungsevent im Mai reisten über 200 Personen nach Bern. Darunter vor allem Planende, Dienstleistende im Betrieb und Eigentümerschaften – insbesondere Immobilienbesitzende mit grossen Portfolios, etwa Pensionskassen oder Institutionen wie die Helvetia Anlagestiftung oder Pensimo. Das neue Zertifikat gibt den Eigentümerschaften einerseits die Möglichkeit im Betrieb Kosten zu sparen – für sich und die Mietenden – und andererseits etwas für das Klima zu tun.

Das Zertifikat ist frühestens nach einem Betriebsjahr erhältlich und muss nach drei Jahren erneuert werden. «Die Heizkurven sind auch in Minergie-Gebäuden regelmässig mit Heizgrenzen von 18 Grad eingestellt, obwohl der Normwert bei rund 13 Grad liegt», erläuterte Referent Daniel Imgrüth von Schnyder Ingenieure. Dadurch werden unnötige Kilowattstunden verschwendet. «Es wird gleichzeitig geheizt und gekühlt, Wärmepumpen sind nicht richtig eingestellt und auch Lüftungen können oftmals optimiert werden», fügte er an. «Das hat nichts damit zu tun, dass Minergie-Gebäude nicht gut sind. Sie sind energieeffizienter als ein Durchschnittsgebäude, aber deren Anlagen müssen ebenfalls kontrolliert und wenn nötig optimiert werden.»

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Das Mehrfamilienhaus der Pensionskasse Graubünden wurde als eines der ersten Gebäude nach Minergie-Betrieb zertifiziert. Bild: zvg

Einsparungen von 30 Prozent

Das zeigen auch die Zahlen eines Gebäudes, das am Lancierungsevent vorgestellt wurde: ein Mehrfamilienhaus der Pensionskasse Graubünden. «Konkret haben wir den Betrieb an die Nutzung angepasst. Das heisst, nun wird besser berücksichtigt, wann die Bewohnenden zu Hause sind und wann Warmwasser gebraucht wird», so Roger Meier, Teamleiter Energie Consulting bei Amstein + Walthert. Hinzu kamen unter anderem das korrekte Einstellen der Heizgrenze und der Heizkurve sowie die Implementierung von Zeitschaltprogrammen. «Mit den Massnahmen der energetischen Betriebsoptimierung haben wir beim Objekt in Chur eine Einsparung von 30 Prozent der Endenergie erreicht. Über das gesamte Portfolio der PK Graubünden beträgt die Einsparung rund 15 Prozent», erklärte Meier weiter.

Sabine von Stockar zeigt sich zum Jahresabschluss mit der Entwicklung zufrieden. «Wir sind mit einigen Unternehmen und Institutionen im Gespräch, die Minergie-Betrieb auf ihr ganzes Portfolio anwenden wollen.»