GR-188-P, GR-054-A

«Hamilton in Graubünden setzt auf Energieeffizienz und Eigenstromproduktion»

Ein energieeffizienter Industriestandort definiert neue Massstäbe

Das Projekt in Kürze

Der Standort Domat/Ems der Hamilton Gruppe erreicht eine sehr hohe Eigenverbrauchsquote an selbst produziertem PV-Strom – ein bedeutender Meilenstein für eine klimafreundliche Industrieproduktion. Für dieses Engagement wurde der Standort 2024 mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Der Standort Domat/Ems erzeugte im Jahr 2025 insgesamt 1’009’620 Kilowattstunden CO₂‑freien Solarstrom, wovon 86 Prozent direkt genutzt und der Rest ins Netz eingespeist wurden.

Mit einer installierten Photovoltaikleistung von 1,074 Megawatt Peak bilden architektonisch integrierte Anlagen in Domat/Ems auf Dächern sowie an Ost‑, Süd‑ und Westfassaden eine tragende Säule der Energieversorgung

Der Standort setzt zudem neue Massstäbe: Als grösstes Minergie‑P‑Industriegebäude der Schweiz – ergänzt durch eine Minergie‑A‑Zertifizierung – zeigt er höchste Energieeffizienz und maximale Nutzung erneuerbarer Energien. Dazu tragen innovative Technologien bei: Beispielsweise Grundwasser‑Wärmepumpen, eine intelligente Gebäudeautomation, Wärme‑ und Feuchtrückgewinnung sowie eine elektrochrome Fassade, die den Kühlbedarf im Sommer deutlich reduziert.

Bis 2030 sollen an den Standorten Domat/Ems und Bonaduz mindestens 42 Prozent der Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2020 eingespart werden.

  • Thomas Kuster, KUSTER + PARTNER AG

    «Mit dem Gebäude Hamilton 2.0 ist ein Vorzeigeprojekt entstanden – ein Bauwerk, das in vielerlei Hinsicht Massstäbe setzt und eine Signalwirkung für ressourcenschonendes Bauen hat.»

    Thomas Kuster, KUSTER + PARTNER AG

  • Achim Sax, Director Facilities, Hamilton Bonaduz AG

    «Unser Ziel war es, ein Produktionsgebäude zu realisieren, das nachhaltiges Wachstum ermöglicht und gleichzeitig durch tiefe Lebenszykluskosten langfristig einen Mehrwert schafft.»

    Achim Sax, Director Facilities, Hamilton Bonaduz AG

Fragen an den Planer

  1. Welche Vorteile bieten die Standards Minergie-A und Minergie-P aus Ihrer Sicht?
    Die beiden Zertifikate bedeuten, dass minimale Wärmeverluste und eine hohe Energieeffizienz gewährleistet sind, was letztendlich in einer Reduktion der Betriebskosten resultiert. Nicht zuletzt erreicht man dies durch die sehr grosse Photovoltaik-Fläche an den Fassaden des Hochregallagers, die insbesondere auch im Winter einen grossen Beitrag zur Eigenstromgewinnung und -nutzung im Betrieb leistet.
     
  2. Was waren die Knackpunkte zum Erreichen des Standards Minergie-A beziehungsweise Minergie-P?
    Eine besondere Herausforderung stellte die Luftdichtigkeitsmessung dar. Das sehr grosse Volumen sowie die umfangreiche Gebäudetechnik mit zahlreichen Durchdringungen und kilometerweise verlegten Leitungen stellte das Team vor eine sehr komplexe Aufgabe. Bis zuletzt war nicht klar, ob die strengen Anforderungen seitens Minergie-P/-A erreicht werden.
     
  3. Wie haben Sie diese gelöst?
    In Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, der Bauleitung sowie den Unternehmen gelang es, in einem schrittweisen Vorgehen mit mehreren Testmessungen, diversen Baurundgängen und Verbesserungen der Luftdichtigkeit von Bauteilanschlüssen während der Bauphase, die Anforderungen nach Minergie-A/-P bei der ersten scharfen Messung zu erreichen.

Was sagt die Bauherrschaft?

Unser Gebäude zeigt, was klimafreundliches Bauen heute leisten kann. Grundlage dieses Erfolgs ist eine sorgfältig entwickelte Architektur, die auf eine maximale Eigenstromproduktion ausgelegt ist – mit fassadenintegrierten und aufgeständerten PV‑Modulen an Ost-, Süd- und Westseiten sowie auf allen verfügbaren Dachflächen.

Das Projekt in Zahlen

Baujahr 2023
EBF 17’403 m2
Eigenstromproduktion 1.074 MWp
Heizung 84% Wasser-Wärmepumpe, Heizung 16% Abwärmenutzung
Warmwasser 100 % Abwärmenutzung
Dämmung Fassadendämmung: 0.23-0-24 W/m2K Dach: 0.143 W/m2K Boden: 0.17 W/m2K
Zertifizierung Minergie GR-188-P, GR-054-P